Herstellung, Vor- und Nachteile, alle Maße, Tragkraft, IPPC-Status und Einsatzgebiete der Inka-Palette – fundiert erklärt für Einkauf, Logistik, Export und Nachhaltigkeit.


Was ist eine Pressholzpalette?
Pressholzpaletten – häufig als Inka-Paletten, Spanholz- oder Formpresspaletten bezeichnet – bestehen zu rund 90 % aus Holzspänen und Sägemehl sowie aus einem natürlichen Harz-Bindemittel (meist Harnstoff- oder Melaminharz). Sie sind ein typisches Nebenprodukt-basiertes Erzeugnis der Holzindustrie.
In einem Pressvorgang bei über 200 °C und mehreren hundert Tonnen Druck wird das Material in einem einzigen Arbeitsgang zu einer einteiligen Palette verformt. Es entstehen nestbare Paletten ohne Nägel, Schrauben oder Splitter – mit hoher Maßgenauigkeit und glatten Oberflächen.
Durch die Hitzebehandlung gelten sie automatisch als ISPM-15-/IPPC-konform und dürfen ohne zusätzliche Begasung oder Wärmebehandlung weltweit exportiert werden.
Rohstoffe
Holzspäne, Sägemehl und Harzbindemittel werden aus Resten der Holzindustrie aufbereitet.
Mischen
Späne und Bindemittel werden homogen vermengt und in die Pressform dosiert.
Pressen
Unter > 200 °C und mehreren hundert Tonnen Druck wird die Palette in einem Stück geformt.
Abkühlen & QS
Nach dem Abkühlen erfolgen Maß- und Gewichtskontrolle, dann Palettieren.
Die wichtigsten Eigenschaften gegenüber klassischen Holz- oder Kunststoffpaletten.
Welcher Palettentyp passt zu welchem Einsatzzweck? Der direkte Vergleich.
| Kriterium | Pressholz | EUR-Palette | Kunststoff |
|---|---|---|---|
| Gewicht (1200×800) | ca. 5–9 kg | 20–25 kg | 7–25 kg |
| Tragkraft (dynamisch) | bis 1.250 kg | 1.500 kg | bis 1.500 kg |
| Tragkraft (statisch) | bis 4.000 kg | bis 4.000 kg | bis 5.000 kg |
| Stapelbar (nestbar) | Ja (~70 % Ersparnis) | Nein | Teilweise |
| IPPC/ISPM-15 | nicht nötig | erforderlich | nicht nötig |
| Lebensdauer | mittel | hoch | sehr hoch |
| Feuchteresistenz | mittel | mittel | sehr hoch |
| Recycling | 100 % | 100 % | begrenzt |
| CO₂-Fußabdruck | niedrig | mittel | hoch |
| Typischer Einsatz | Einweg & Export | Tausch & Mehrweg | Pharma & Food |
Pressholzpaletten gibt es in zahlreichen genormten Größen – von der Displaypalette bis zur schweren Übersee-Ausführung. Die Gewichte sind Richtwerte und können je nach Hersteller und Ausführung leicht variieren.
Die Buchstaben-/Zahlentypen (z. B. F44, F86, F8 LF) folgen der INKA-Typisierung, die sich als De-facto-Standard für Pressholzpaletten etabliert hat. Varianten mit dem Zusatz „(s)" sind verstärkte Ausführungen mit höherer Tragkraft. Statische Belastbarkeit entspricht ca. dem 3-fachen der dynamischen Werte.
Hinweis: Tragkraft und Gewicht sind typische Richtwerte. Verbindliche Werte liefert immer das Datenblatt des jeweiligen Herstellers.
Export & Normen
Der internationale Pflanzenschutzstandard ISPM 15 (International Standard for Phytosanitary Measures No. 15) der FAO/IPPC(International Plant Protection Convention) regelt seit 2002 weltweit, wie Verpackungsholz behandelt sein muss, um die Einschleppung von Schädlingen (Asiatischer Laubholzbockkäfer, Kiefernfadenwurm u. a.) über Handelswarenströme zu verhindern.
Betroffen ist nahezu jedes massive Vollholz-Verpackungsmaterialab 6 mm Dicke: Paletten, Kisten, Verschläge, Trommeln, Stauholz. Vor dem Export muss es entweder hitzebehandelt (HT – Kerntemperatur 56 °C über mindestens 30 Min), dielektrisch erhitzt (DH) oder mit Sulfuryldifluorid begast (SF, früher MB/Methylbromid) werden und einen IPPC-Stempel tragen.
Pressholzpaletten dagegen werden in einem einzigen Pressvorgang bei Temperaturen weit über 200 °C und mehreren hundert bar Druckaus Holzspänen und Bindemittel geformt. Sie gelten damit nach ISPM 15 Annex 1 als „processed wood material"(zusammen mit Sperrholz, OSB, MDF und Spanplatten) und sind ausdrücklich von der Behandlungs- und Stempelpflicht ausgenommen – ganz ohne IPPC-Marke.
In der Praxis bedeutet das für Versender: kein Anfahren einer HT-Kammer, keine Begasung, keine Wartezeiten, keine Zollrückweisungen und kein Risiko, dass eine fehlende oder unleserliche IPPC-Marke den Container an US-, kanadischen, chinesischen oder australischen Häfen aufhält. Pressholzpaletten dürfen in alle 180+ IPPC-Mitgliedsstaaten ohne Vorbehandlung eingeführt werden.
> 200 °C im Prozess
Übertrifft die geforderten 56 °C / 30 Min bei Weitem – ISPM-15 ist automatisch erfüllt.
Weltweiter Export
Zugelassen in allen IPPC-Mitgliedsländern ohne Behandlung oder Stempel.
Keine HT/MB-Behandlung
Spart Zeit, Kosten und vermeidet Methylbromid-Rückstände.
Kein IPPC-Stempel
Keine Verwechslungsgefahr mit gefälschten oder fehlenden Marken.
Aufbau eines IPPC-Stempels (zum Vergleich)
Ein regulärer IPPC-Stempel auf Vollholzpaletten enthält das Ähren-Symbol, den ISO-Ländercode (z. B. DE), eine Registriernummer des Betriebs und den Behandlungscode:
Pressholzpaletten benötigen keinen dieser Codes – die Befreiung greift produktbezogen.
Häufige Missverständnisse
Rechtliche Grundlage: ISPM 15 (FAO/IPPC, Stand der zuletzt revidierten Fassung) sowie EU-Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 zur Pflanzengesundheit. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung; verbindlich sind die Vorgaben der jeweiligen nationalen Pflanzenschutzbehörde (NPPO) des Empfängerlandes.
Vom weltweiten Export bis zum automatisierten Hochregal – Pressholzpaletten sind dort im Einsatz, wo Gewicht, Volumen und Exportfähigkeitzählen. Besonders verbreitet sind sie in Einweg-Logistikketten, bei Übersee-Sendungen sowie in der Pharma- und Lebensmittelindustrie.

Export & Übersee
Ohne IPPC-Behandlung weltweit verschiffen – ideal für See- und Luftfracht.
Pharma & Food
Splitterfrei, hygienisch und maßhaltig – perfekt für sensible Branchen.
Automatisierte Lager
Hohe Maßtoleranzen ermöglichen den Einsatz in AKL und Förderanlagen.
E-Commerce
Leicht, raumsparend im Versand und vollständig recycelbar.
Nachhaltige Verpackung
Aus Holzresten – mit kleinem CO₂-Fußabdruck.
Einweg-Logistik
Effiziente Lösung bei nicht-rückführbaren Sendungen.
Nachhaltigkeit
Pressholzpaletten entstehen aus Holzresten und Sägespänen, die in der Holzverarbeitung als Nebenprodukt anfallen. Dadurch wird vorhandenes Material sinnvoll weiterverwendet, statt es energetisch zu verbrennen oder zu entsorgen.
Geringerer Materialeinsatz
Eine Pressholzpalette wiegt rund 60–75 % weniger als eine Europalette aus Vollholz – das spart Rohstoffe und Energie.
Kleiner CO₂-Fußabdruck
Weniger Gewicht bedeutet weniger Treibstoff im Transport. Hinzu kommt der nachwachsende Rohstoff Holz.
Recycelbar & biologisch abbaubar
Am Ende des Lebenszyklus können Pressholzpaletten stofflich oder energetisch verwertet werden.
Pressholzpaletten unterscheiden sich je nach Hersteller in Tragkraft, Gewicht, Oberflächenqualität und Bindemittel. Diese Kriterien helfen bei der Auswahl.
Format & Tragkraft
Welches Endgewicht muss die Palette tragen – dynamisch (im Stapler) und statisch (im Lager)? Im Zweifel eine Klasse stärker wählen.
Lagerart
Bodenlager, Blocklager oder automatisiertes Hochregal? Für Querauflagen sind verstärkte Industrieversionen Pflicht.
Klima & Feuchtigkeit
Bei feuchten Umgebungen (Tiefkühl, Außenlager) eher eine wasserabweisend behandelte Variante wählen.
Hygiene-Anforderungen
Für Pharma und Food eignen sich splitterfreie Pressholzpaletten besonders – sie sind staubarm und ohne Schädlingsbefall.
Stückzahl & Lieferzeit
Standardformate sind meist ab Lager verfügbar. Sonderformate erfordern Vorlauf – frühzeitig planen.
Nachhaltigkeits-Nachweise
Auf FSC- oder PEFC-zertifizierte Holzbestandteile sowie formaldehydarme Bindemittel (E1) achten.
Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl des richtigen Formats oder beantworten offene Fragen zu Pressholzpaletten.
info@pressholzpalette.deEine Pressholzpalette (Inka-Palette) wird aus Holzspänen, Sägemehl und Bindemittel unter hohem Druck und Hitze in einem Stück gepresst. Sie ist leicht, einteilig, splitterfrei, nestbar und IPPC-frei.
Ja. Durch die Hitzebehandlung über 200 °C während der Produktion gelten sie als verarbeitetes Holz und sind vom ISPM-15-Standard befreit. Eine zusätzliche IPPC-Behandlung ist nicht nötig.
Standardmäßig 500–1.250 kg dynamisch. Schwerausführungen erreichen bis 1.250 kg, statisch sogar bis 4.000 kg.
Eine Displaypalette (600×400 mm) wiegt nur ca. 1,2 kg, eine Industriepalette im Euroformat 1200×800 mm liegt je nach Ausführung bei rund 5–9 kg. Damit sind sie ca. 60–75 % leichter als Europaletten aus Vollholz.
Beides bezeichnet dieselbe Produktkategorie. 'Inka' ist ein bekannter Markenname, der häufig synonym für Pressholz- bzw. Formpresspaletten verwendet wird.
Ja – und zwar ineinander (nestbar). Dadurch sparen sie bis zu 70 % Lager- und Transportvolumen gegenüber Europaletten.
Pressholzpaletten sind primär als Einweg- oder Mehrweg-light-Lösung konzipiert. Bei pfleglichem Umgang und trockener Lagerung sind mehrere Umläufe möglich.
Sie bestehen aus Holzresten und Sägemehl, sind vollständig recycelbar und biologisch abbaubar. Der CO₂-Fußabdruck ist gegenüber Vollholz- und Kunststoffpaletten meist deutlich geringer.
Nein, sie sind feuchteresistent, aber nicht dauerhaft wasserfest. Bei Tiefkühl- oder Außenlagerung empfiehlt sich eine zusätzlich imprägnierte Variante.